Wasserschäden im Bad sind besonders unangenehm, weil sie fast immer hinter der Vorwand entstehen — dort, wo niemand hinsieht. In diesem Projekt in Neunkirchen kam erschwerend hinzu, dass zwei Mietparteien betroffen waren und eine Hausverwaltung mit am Tisch saß.
Ausgangslage: hohl klingende Fliesen
In einem Mehrfamilienhaus tritt Wasser aus einer Zuleitung hinter der Vorwandinstallation im Bad aus. Auffällig wird das, als sich im Nachbarzimmer der Sockel dunkel färbt und im Bad einzelne Fliesen hohl klingen.
Der hohle Klang ist ein verlässliches Warnsignal. Er entsteht, wenn sich der Fliesenkleber vom Untergrund löst — und das passiert, wenn dauerhaft Feuchtigkeit dahinter steht. Eine einzelne hohle Fliese kann ein Verlegefehler sein. Mehrere nebeneinander, dazu ein feuchter Sockel im Nachbarraum: Das ist ein Wasserschaden.
Dass die Ursache hinter der Vorwand lag, ist typisch. In modernen Bädern verlaufen Zu- und Ableitungen nicht mehr im Mauerwerk, sondern in einer vorgesetzten Ständerkonstruktion, die anschließend beplankt und gefliest wird. Das erleichtert die Installation erheblich — hat aber den Nachteil, dass eine undichte Stelle dort wochenlang unbemerkt Wasser abgeben kann. Der Hohlraum nimmt es auf, bis er gesättigt ist. Erst dann sucht sich die Feuchtigkeit einen Weg nach außen, und genau dann sehen Sie sie.
Die Herausforderung: zwei Parteien, eine Wand
Die Feuchtigkeit war bereits in die angrenzende Wand gezogen. Damit betraf der Schaden nicht nur die Wohnung, in der er entstanden war, sondern auch die dahinterliegende Einheit.
Das ist bei Leitungsschäden in Mehrfamilienhäusern der Regelfall und der Grund, warum solche Projekte organisatorisch aufwendiger sind als technisch. Es müssen Zugänge zu zwei Wohnungen koordiniert, zwei Nutzungssituationen berücksichtigt und die Kommunikation mit der Hausverwaltung geführt werden — zusätzlich zur eigentlichen Sanierung.
Wichtig zu wissen: Die Leckortung und die technische Trocknung führen wir nicht selbst aus. Beides übernimmt ein Fachbetrieb, dessen Firmengebäude direkt neben unserem liegt. Wir koordinieren die Termine und übernehmen den gesamten Wiederaufbau.
Schritt für Schritt: so sind wir vorgegangen
1. Ortung, bevor die erste Fliese fällt
Unser Partnerbetrieb ortet die Leckstelle punktgenau. Gerade im Bad ist das entscheidend: Eine geflieste Wand auf Verdacht zu öffnen bedeutet, eine Fläche zu zerstören, die anschließend komplett neu aufgebaut werden muss. Je genauer die Ortung, desto kleiner der Eingriff.
2. Trocknung und Rückbau
Danach läuft die technische Trocknung. In dieser Zeit nehmen wir die betroffenen Fliesen auf und öffnen den Wandsockel im Nachbarzimmer. Beides muss offen sein, damit die Trocknung überhaupt greifen kann — ein verschlossener Aufbau trocknet nicht.
3. Wer zahlt was, wenn zwei Wohnungen betroffen sind
Diese Frage kommt in Mehrfamilienhäusern immer, und sie sorgt regelmäßig für Verunsicherung. Die Grundregel ist einfacher, als sie wirkt: Für das Gebäude selbst — Leitungen, Estrich, Putz, fest verbaute Fliesen — ist die Gebäudeversicherung zuständig. Für bewegliches Eigentum in der Wohnung, also Möbel, Teppiche oder Elektrogeräte, kommt die Hausratversicherung des jeweiligen Bewohners auf.
In diesem Projekt lief die Sanierung deshalb über die Gebäudeversicherung, weil ausschließlich Bausubstanz betroffen war. Für Sie als Eigentümer oder Mieter heißt das: Melden Sie den Schaden bei beiden Versicherungen, wenn Sie unsicher sind. Eine Meldung zu viel kostet nichts; eine zu späte Meldung kann die Regulierung erschweren.
Ausführlicher haben wir das in Wer zahlt was bei einem Wasserschaden beschrieben.
4. Dokumentation für zwei Einheiten
Wir stimmen den Umfang mit der Versicherung ab und dokumentieren getrennt, was auf welche Einheit entfällt. Diese Trennung sauber hinzubekommen, spart später Diskussionen: Jede Partei bekommt eine nachvollziehbare Aufstellung, und die Hausverwaltung hat für beide Wohnungen einen einzigen Ansprechpartner — uns.
5. Wiederaufbau: Wand zuerst, Fliese zuletzt
Nach der Trocknung schließen wir Putz und Sockel, spachteln und streichen. Wo die Vorwand geöffnet werden musste, kommt Trockenbau zum Einsatz — als Teil des Wiederaufbaus, nicht als eigenes Bauvorhaben. Erst danach setzt unser Fliesenleger das Bad neu.
Bei den Fliesenarbeiten liegt die eigentliche Schwierigkeit selten im Verlegen, sondern im Anschluss an den Bestand. Ein Bad wird nach einem Schaden fast nie komplett neu gefliest — es geht darum, die neue Fläche so anzuschließen, dass die Reparaturstelle nicht als solche erkennbar bleibt. Dafür braucht es einen Fliesenleger, der Fugenbild und Format beurteilen kann, bevor er anfängt.
Das Ergebnis
Ein fertiges Bad, ein wiederhergestelltes Nachbarzimmer, eine Rechnung direkt an die Versicherung — und eine Hausverwaltung, die nur einen Ansprechpartner hatte.
„Wir haben die Firma ZKS zur Sanierung eines Wasserschadens im kompletten Wohnbereich beauftragt. Von der Planung bis zur Durchführung alles top. Auch vor Ort sehr sauber und effizient gearbeitet.“
— Sascha Bernardi, Google-Rezension (5 Sterne)
Was Sie aus diesem Projekt mitnehmen können
- Hohl klingende Fliesen sind ein Befund, keine Marotte. Klopfen Sie die Fläche ab, wenn Sie unsicher sind — der Unterschied ist deutlich hörbar.
- Bei Mehrfamilienhäusern zählt die Organisation. Melden Sie den Schaden früh auch der Verwaltung; je später die Nachbarwohnung einbezogen wird, desto länger dauert das Ganze.
- Die Reparaturstelle darf man nicht sehen. Das ist Handwerk, keine Frage des Materials — und der Grund, warum wir Fliesenarbeiten im eigenen Haus halten.
Wie eine Sanierung insgesamt abläuft, steht in Wie eine Wasserschadensanierung abläuft. Was Sie im Bad zwischen Fliese und Bodenbelag abwägen sollten, klärt Fliesen oder Bodenbelag im Bad.
Wasserschaden in Neunkirchen und Umgebung
Von unserem Betrieb in Illingen sind es rund 13 Kilometer bis Neunkirchen. Ebenso schnell erreichen wir St. Ingbert und Homburg im Saarpfalz-Kreis. Alle Orte finden Sie unter Einsatzgebiete.