Schimmel nach einem Wasserschaden erkennen und richtig entfernen

Woran Sie Schimmel erkennen, welche Flächen Sie selbst reinigen können und warum Überstreichen das Problem nur vertagt.

Meister und Fachhandwerker im eigenen Team · seit 2002 · Rückruf am selben Werktag

Schimmel nach einem Wasserschaden ist kein Schönheitsfehler. Er ist ein Hinweis darauf, dass irgendwo noch Feuchtigkeit steht — und je nach Art und Menge ein Gesundheitsthema. Dieser Beitrag erklärt, woran Sie ihn erkennen, was Sie selbst tun können und wo die Grenze zum Fachbetrieb verläuft.

Wie schnell Schimmel entsteht

Schneller, als die meisten erwarten. Unter günstigen Bedingungen — feuchtes Material, stehende Luft, Zimmertemperatur — beginnt Schimmelwachstum innerhalb weniger Tage. Sporen sind in jeder Raumluft vorhanden; sie brauchen nur Feuchtigkeit und einen Nährboden, und den liefern Tapete, Kleister, Gipsputz und Holzwerkstoffe reichlich.

Deshalb ist Lüften unmittelbar nach einem Wasserschaden eine der wirksamsten Maßnahmen überhaupt — und deshalb ist ein feuchter Raum, der über Wochen geschlossen bleibt, das Schlimmste, was passieren kann.

Woran Sie Schimmel erkennen

  • Sichtbar: dunkle Punkte oder Flecken, oft schwarz, grünlich oder weißlich-flaumig. Häufig zuerst hinter Möbeln, in Ecken und an Sockelleisten — dort ist die Luftbewegung am geringsten.
  • Riechbar: ein modriger, erdiger Geruch. Der Geruch kommt oft vor dem sichtbaren Befund, besonders wenn der Schimmel hinter einer Verkleidung oder unter dem Belag sitzt.
  • Indirekt: sich ablösende Tapete, Blasen im Anstrich, aufgequollene Sockelleisten.

Ein wichtiger Punkt: Der sichtbare Fleck ist fast immer kleiner als der tatsächliche Befall. Was Sie auf der Tapete sehen, hat meist schon den Untergrund erreicht.

Was Sie selbst machen können — und was nicht

Als grobe Orientierung dient die betroffene Fläche:

Kleine Flächen bis etwa eine halbe Quadratmeter, oberflächlich auf einem dichten Untergrund wie einer gefliesten Wand, können Sie in der Regel selbst reinigen. Größere Flächen, Befall auf porigem Untergrund wie Putz oder Tapete, Schimmel in Schlaf- und Kinderzimmern sowie jeder Befall, dessen Ursache nicht geklärt ist, gehören in fachliche Hand.

Wenn Sie selbst reinigen: Tragen Sie Handschuhe, eine FFP2-Maske und eine Schutzbrille. Verwenden Sie kein Wasser mit Spülmittel — das bringt zusätzliche Feuchtigkeit ein. Geeignet sind hochprozentiger Alkohol oder ein spezielles Schimmelentfernungsmittel. Entsorgen Sie Tücher direkt danach in einem geschlossenen Beutel.

Was Sie nicht tun sollten: mit einem normalen Staubsauger absaugen — der bläst Sporen fein verteilt in den Raum zurück. Und nicht überstreichen. Ein überstrichener Schimmel ist ein unsichtbarer Schimmel, kein beseitigter.

Warum Überstreichen nie funktioniert

Diesen Fall sehen wir regelmäßig, gerade bei Kellerwänden. Der Fleck verschwindet für ein paar Monate und kommt dann kräftiger zurück. Der Grund ist einfach: Farbe beseitigt weder die Feuchtigkeit noch das Myzel im Untergrund. Sie deckt nur ab.

Solange die Ursache nicht behoben ist, hat jede Kosmetik ein Verfallsdatum. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: Ursache klären, trocknen, dann sanieren.

Wie eine fachliche Sanierung abläuft

  1. Ursache klären. Ohne trockenen Untergrund ist jede Sanierung nur ein Aufschub.
  2. Bereich abschotten. Der betroffene Raum wird abgetrennt, damit sich Sporen während der Arbeiten nicht über die Wohnung verteilen.
  3. Befallenes Material entfernen. Tapete, Putz und poriges Material, in das das Myzel eingewachsen ist, kommen heraus — nicht nur die sichtbare Fläche, sondern mit Sicherheitsabstand.
  4. Flächen behandeln und trocknen.
  5. Wiederaufbau. Neuer Putz, Grundierung, Anstrich — erst wenn der Untergrund nachweislich trocken ist.

Unsere Schimmelpilzsanierung führen Fachkräfte mit Nachweis des BSS — Bundesverband Schimmelpilzsanierung e. V. aus. Der Wiederaufbau danach läuft über unsere eigene Mannschaft mit Putz- und Spachtelarbeiten, Tapezieren und Innenanstrich.

Zahlt die Versicherung?

Wenn der Schimmel Folge eines versicherten Leitungswasserschadens ist, gehört seine Beseitigung in der Regel zum regulierten Schaden. Entstand er dagegen durch falsches Lüften oder eine bauliche Ursache, ist die Lage anders — dann liegt kein Versicherungsfall vor.

Genau deshalb lohnt sich saubere Dokumentation von Anfang an. Mehr dazu in Wer zahlt was bei einem Wasserschaden.

Vorbeugen

Nach einem Wasserschaden ist die wichtigste Maßnahme, den Aufbau vollständig durchtrocknen zu lassen, bevor er wieder geschlossen wird. Wie lange das dauert, steht in Wie lange dauert die Trocknung. Der zweitwichtigste Punkt: Räume während der Trocknung nicht möblieren und Schränke nicht direkt an Außenwände stellen — hinter Möbeln steht die Luft.

Schimmelsanierung im Saarland

Wir arbeiten von Illingen aus unter anderem in Neunkirchen, Eppelborn, Lebach und Saarlouis. Alle Orte unter Einsatzgebiete.

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